Pressemitteilung:

  • Bocholt, 05. Februar 2010
SPD-Fration in der Bocholter Stadtverordnetenversammlung

Bastians als Verschwörungstheoretiker?


Die SPD weist die von Herrn Bastians angeführten Argumente zur angeblichen Klimaunschädlichkeit der Heizpilze entschieden zurück. Offenbar legt Herr Bastians großen Wert darauf, sich als Klimaskeptiker zu profilieren. Die kurze Lektüre einschlägiger Websites ermöglicht es dabei, sich vom Mainstream abzusetzen und elitäre intellektuelle Unabhängigkeit zu zeigen.

Nach Überzeugung von SPD-Umweltsprecher Dr. Klaus Holthausen muss die Diskussion mit rationalen Argumenten geführt werden, die Quellen und Motive der Klimaskeptiker sind daher eher kritisch zu bewerten.

Nach Ansicht der FDP Bocholt ist nur die Sonne für die Erderwärmung verantwortlich. Diese These stützt sich auf einen von den Klimaskeptikern häufig propagierten Artikel des polnischen Atomforschers Jaworowski ("Solar cycles, not CO2 determine climate"). Allerdings erschien dieser Artikel nicht in der Fachliteratur, sondern in der Zeitschrift 21st Century Science and Technology, die zur Organisation des amerikanischen Multimillionärs und Verschwörungstheoretikers Lyndon LaRouche gehört. LaRouche lehnt übrigens nicht nur den Klimawandel, sondern u.a. auch die Quantentheorie und Relativitätstheorie ab.

In diesem Zusammenhang erinnert Fraktionschef Klaus Mertens einmal mehr daran, dass es der SPD mit der Anfrage zu den Heizpilzen weder um die Lust am Verbot, noch um das Auftun neuer Strafsteuern ging, sondern um das Aufzeigen von Alternativen für die Bocholter Gastwirte. In erster Linie soll Überzeugungsarbeit geleistet werden, in Zukunft auf schädliche Heizpilze zu verzichten. Diese Einsicht sei, so Klaus Mertens, erst der Durchbruch für die Klimakommune Bocholt, da alle ordnungspolitischen Maßnahmen sowieso am Gartentor enden würden und somit die privaten Nutzer von Heizpilzen nicht erreicht würden. Trotzdem muss man sich klar zu dem Ziel bekennen, zukünftig gewissenhafter mit Fragen der Klimapolitik umzugehen.

Die SPD bedauert, dass die Umweltthematik bei CDU, FDP und Stadtpartei offenbar keinen großen Stellenwert besitzt. Engagierte Mitarbeiter der Verwaltung, die die Klimakommune Bocholt voranbringen wollen, werden so im Stich gelassen. Zumindest sieht die Fraktion der SPD ihre Anfrage nunmehr als politisch beantwortet an.