Pressemitteilung:
Die CDU und die Ganztagsschulen - oder: Argumente, die schon im Wahlkampf nicht zogen
Zur Presseerklärung der CDU zum Verfahren
des Ausbaus des St. Georg-Gymnasiums zur
Ganztagsschule erklärt der Vorsitzende der
SPD-Fraktion, Klaus Mertens:
Nach der Lektüre der CDU-Erklärung bleiben
einige Feststellungen zu treffen:
1. Auch die CDU in Bocholt scheint nun –
wenn auch mit Zähneknirschen -
erfreulicherweise akzeptiert zu haben,
dass sich die Wählerinnen und Wähler bei
den vergangenen Landtagswahlen
deutlich für einen Politikwechsel
ausgesprochen haben. Mit diesem
demokratisch legitimierten Machtentzug
hat schwarz-gelb eine
unmissverständliche Quittung für 5 Jahre
unsozialer und restriktiver NRWLandespolitik
bekommen.
2. Obwohl die Mehrheit der Wählerinnen und
Wähler Veränderungen im NRWSchulsystem
begrüßen, will die CDUBocholt
auch nach dem verlorenen
Wahlkampf mit Unwahrheiten Ängste
schüren. Die SPD will nicht, wie intoniert, die Schullandschaft abbauen, sondern
zum Wohle der Schülerinnen und Schüler
umbauen, um eine größere
Chancengleichheit zu erreichen (siehe
heute erschienen Ländervergleich). Die
neueste Studie beweist einmal mehr, dass
bei uns nicht Talent und Einsatz der
Kinder, sondern Vermögen und Aufwand
der Eltern für eine erfolgreiche
Schulkarriere maßgeblich verantwortlich
sind. Die Gemeinschaftsschule ist
geeignet, optimale Bildungs-Förderungen
sowohl in der Breite als auch bei den
Eliten zu organisieren.
3. Nachdem seitens der CDU-Bocholt schon
heftig gegen die Einführung der Offenen
Ganztagsschule bei den Grundschülern
gewettert wurde und man aber
inzwischen erkennen musste, dass dieses
ein Erfolgsmodell geworden ist, scheint
der bildungspolitische Irrweg der Union
weiter zu gehen. Der geforderte Stopp
beim Umbau des St. Georgs-Gymnasiums
kann wohl kaum als Unterstützung für
dieses ambitionierte wie wichtige
Schulentwicklungsprojekt gewertet
werden. Bei der bevorstehenden
Entscheidung geht es überhaupt nicht um die Frage von Gymnasium oder
Gemeinschaftsschule (wobei auch bei der
SPD zunächst ein nebeneinander der
Schulformen möglich sein wird), sondern
um die Entwicklung der bisherigen
Halbtagsschule in eine bildungspolitisch
sinnvolle Ganztagsschule.
Die bereits vorgestellten Raumplanungen
beinhalten für das bestehende
Schulgebäude für jede Etage
Klassenzimmer, Lehrerstationen und
spezielle Ganztagsräume, die völlig
unabhängig vom zukünftigen Zuschnitt
einer jeden Schule so entwickelt werden
müssen.
Soll das St. Georgs-Gymnasium zum
Schuljahr 2011/2012 den
Ganztagsbetrieb aufnehmen, dürfen die
Arbeiten jetzt nicht zum Erliegen
kommen.
Das Blockadeverhalten der CDU ist
inhaltlich kaum zu begründen und
spiegelt eher den Frust über den
erlittenen Machtverlust in NRW wie auch
in Bocholt wider.
Das Ganze ist übrigens von ähnlicher
Qualität wie der von der CDU forcierte
pauschale Einstellungsstopp, der zur Folge hat, dass alle paar Wochen ein mit
11 Personen (plus Verwaltung) besetzter
Ausschuss prüfen muss, ob diese oder
jene Stelle auch ohne Einstellung durch
hausinterne Umbesetzung zu realisieren
ist, bzw. festzustellen, dass ein Schreiner
kein Maurer ist und daher doch von
außerhalb eingestellt werden muss. Ein
Verfahren, welches schon seit Jahren von
der Verwaltung selbst praktiziert wurde
und so in den letzten Jahren über 50
Stellen einsparen ließ. Auch ohne CDUBlockade.





